Jahresbericht 2015 - Franzhilf

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Jahresbericht 2015

FRANZ HILF - Franziskaner für Menschen in Not

Steuerbegünstigte Spenden

Unser Hilfswerk FRANZ HILF - FRANZISKANER FÜR MENSCHEN IN NOT (vormals  FRANZ HILF - FRANZISKANER FÜR MITTEL- UND OSTEUROPA) erhielt per 27.09.2009 den Spendenbegünstigungsbescheid des Finanzamtes Wien 1/23 mit der Geschäftszahl K 291/09. Der Bescheid wurde am 08.07.2015 erneuert und gilt auch für das kommende Finanzjahr. Unser CODE in der Liste der steuerbegünstigten Organisationen des Finanzministeriums lautet: SO 1362

Spendenverwendung
Den Zielen unseres Hilfswerkes entsprechend (Unterstützung der sozial-karitativen und pastoralen, der Bildungs- und Ausbildungsarbeit der Franziskanischen Familie) wurden 2015 in folgenden Ländern 118 Projekte unterstützt:

Von den bewilligten Finanzmitteln entfielen (gerundet) auf:

                                                                                                                     
LandAnzahlEuroLandAnzahl Euro
Albanien13.500,00Nepal230.000,00
Bolivien48.200,00Philippinen16.400,00
Bosnien10145.976,35Russland326.000,00
Burkina Faso14.900,00Serbien538.100,00
Estland15.000,00Slowakei125.000,00
Haiti14.800,00Syrien15.000,00
Indien210.000,00Thailand15.000,00
Kasachstan25.500,00Togo14.900,00
Kenia310.800,00Ukraine59339.800,00
Litauen434.000,00Ungarn322.000,00
Moldawien311.500,00Weißrussland814.700,00
Montenegro15.000,00   
GESAMT   118766.076,35


Sozialkaritative Projekte: 90,34 %
Pastorale Projekte 9,66 %

Schwerpunkte der Projekthilfe

Die Länder Mittel- und Osteuropas bildeten auch 2015 wieder den Schwerpunkt der Projektförderung. Es wurden insgesamt 101 Projekte mit 676.076,35 Euro unterstützt. Darüber hinaus konnte FRANZ HILF weitere finanzielle Mittel für Projekte in Asien, Afrika und Lateinamerika bereitstellen. 17 Projekte sind auf diesem Weg mit 90.000 Euro gefördert worden.

Im Vergleich zu den vergangenen Jahren ergeben sich folgende Zahlen:
2012: 90 Projekte mit 784.950,00 Euro;   2013: 88 Projekte mit 812.650,00 Euro;  
2014: 102 Projekte mit 664.762,00 Euro; 2015: 118 Projekte mit 766.076,35 Euro

Nicht zuletzt hat das verheerende Erdbeben in Nepal deutlich gemacht, wie wichtig schnelle finanzielle Hilfe im Katastrophenfall ist. Aus diesem Grund hat FRANZ HILF den bereits 2014 eingeschlagenen Weg, Rücklagen für kommende Projekte zu bilden, auch 2015 fortgesetzt.

Tätigkeitsschwerpunkte der Projektarbeit 2015 waren unter anderem die Ukraine, Bosnien, Serbien, Bolivien und Nepal.

Mittel- und Osteuropa

Die Krisen in den Ländern Mittel- und Osteuropas dauern weiter an. Insbesondere der bewaffnete Konflikt in der Ostukraine ist nach wie vor ungelöst und entwickelt sich zunehmend zu einem dauerhaften Krisenherd. Die sehr instabile politische Lage und eine enorme Wirtschaftskrise haben die Not der Menschen zusehends verschärft. Aus diesem Grund erhielten die Missionsgebiete in der Ukraine auch 2015 den größten Anteil an Projektfördermitteln.
Dank der Unterstützung unserer Spenderinnen und Spender konnte unter anderem ein Zufluchtsort für Schwangere und Frauen mit Kleinkindern geschaffen werden, die in ihren Familien ständiger Gewalt ausgesetzt waren oder gar zur Abtreibung gezwungen werden sollten. Durch die Renovierung und den Umbau eines Wohnhauses finden sie nun ein sicheres Zuhause.
Ebenfalls konnte der Ausbau eines sozialen Hospizes für arme alte Menschen vorangetrieben werden. Die Männer und Frauen haben keine Familie oder sonst jemanden, der sich um sie kümmern kann. Bei den Franziskanern finden sie nun die notwendige Betreuung.
Darüber hinaus unterstützte FRANZ HILF viele weitere soziale Projekte in der Ukraine. Dazu zählte der Betrieb von sieben Armenküchen, einem sozialen Kindergarten und drei Mädcheninternaten für mittellose Studentinnen. Vier weitere Hilfsprojekte dienten der Versorgung und dem Schutz von Armen und Kranken sowie bedürftigen kinderreichen Familien mit Medikamenten, Lebensmittelpaketen, Schulsachen, Kleidung und Heizmaterialien. Es konnten im vergangenen Jahr außerdem vier Kinderhorte unterstützt und 18 Sommerlager für Kinder und Jugendliche aus einem sozialschwachen Umfeld veranstaltet werden. Schließlich hat FRANZ HILF zur Fertigstellung eines großen Jugendzentrums beigetragen. Dort werden nun viele soziale Aktivitäten, insbesondere für junge Mädchen, angeboten. Die nützlichen Kurse beschäftigen sich mit den Themen Familienplanung, Hauswirtschaft, Kochen oder Nähen.

Neben der Ukraine lag in Bosnien ein Schwerpunkt unserer Projektförderung. So konnten zwei Projekte für arme und kranke Menschen sowie sozialschwache Familien mit Kindern realisiert werden. Die Menschen wurden mit Lebensmitteln, Medikamenten, Schulsachen und Kleidung unterstützt. Daneben war es möglich die Unterstützung eines Therapiezentrums für Drogenabhängige als auch den Betrieb von drei Armenküchen aufrechtzuerhalten. Die Franziskaner leisten hier wichtige Arbeit zur Wiedereingliederung von Jugendlichen in die Gesellschaft und versorgen die arme Bevölkerung mit dem Nötigsten.
Erfreulicherweise konnte darüber hinaus mit dem Wiederaufbau von fünf Häusern und Einkommen schaffenden Maßnahmen für die Rückkehrer des Balkankrieges, der Unterstützung zur Fertigstellung eines sozialen Pflegeheims sowie der Rekonstruktion eines Teils des franziskanischen Studentenheims für mittellose Studenten drei Projektanträgen erstmals entsprochen werden.

In Serbien lag der Tätigkeitsschwerpunkt, wie auch bereits 2014, auf dem Betrieb von zwei Kinderhorten für Kinder aus sozialschwachen Familien. Beide Einrichtungen befinden sich in der Vojvodina, einer multiethnischen Region Serbiens mit großem Anteil an ungarisch-sprachiger Bevölkerung. Die meisten bedürftigen Kinder gehören der ungarischen Minderheit an, die in der serbischen Gesellschaft sehr oft benachteiligt und unterdrückt wird. Mit der finanziellen Unterstützung von FRANZ HILF konnte in beiden Kinderhorten wieder eine Tagesbetreuung angeboten und die Verpflegung der Kinder sichergestellt werden.
In Belgrad konnte FRANZ HILF den jährlichen Betrieb einer franziskanischen Organisation, der bosnischen Franziskanerprovinz BEMIC (Internationales Multireligiöses und Interkulturelles Zentrum), unterstützen. BEMIC ist eine Tochterorganisation von IMIC - einer der wenigen auch von der OSZE anerkannten und geschätzten Organisationen, die Versöhnungsarbeit bei allen drei ethnischen Gruppen Bosniens leistet. Der interkulturelle und interreligiöse Dialog ist nicht nur in Bosnien sondern auch in allen Nachbarländern des Balkans von großer Bedeutung.

Auch in anderen Ländern wurden zahlreiche soziale Projekte unterstützt. So kümmern sich in Estland unter anderem die Franziskaner mit Unterstützung von FRANZ HILF um die Ärmsten der Stadt Valga. Viele arme Kinder kommen dort täglich in die Pfarre und erhalten eine warme Mahlzeit. Rentnern wird mit einem Heizungszuschuss geholfen oder erhalten Unterstützung beim Kauf von Medikamenten.

In Russland wurde in St. Petersburg durch die Leitung einer syrischen Franziskanerin vor Ort mehrmonatliche Hilfe für Kriegsflüchtlinge aus Syrien geleistet. Ebenfalls unterstützt FRANZ HILF ein Zentrum für Obdachlose. Die Menschen erhalten dort eine Unterkunft, Verpflegung und können am sehr erfolgreichen Resozialisierungsprogramm teilnehmen.

In Weißrussland und Moldawien engagieren sich die Franziskaner für Kinder aus sozialschwachen Familien und organisieren Sommerprogramme und Erholungslager. Auch hier konnten wir helfen.


Globaler Süden

In Bolivien hat FRANZ HILF die wichtige Arbeit von Schwester Letitia Pallhuber, gebürtig aus Kals in Osttirol, unterstützen können. Schwester Letitia arbeitet seit vielen Jahren in Ascensión de Guarayos als Krankenschwester und hat tatkräftig zum Aufbau eines Krankenhauses beigetragen. Im Zentrum TAU kümmert sie sich vor allem um die 41 behinderten Kinder. Von der Gesellschaft oft ausgeschlos¬sen, finden die Kinder dort einen Platz, an dem sie malen, knüpfen, kneten, bauen, singen und tanzen können. Zusammen mit erfahrenen Pädagoginnen erlernen die Kinder neue Fertigkeiten und bekommen das Gefühl sozialer Geborgenheit.
Ebenfalls in Ascensión de Guarayos betreuen die Franziskanerinnen um Schwester Martha 223 Kinder im Alter von sechs bis 18 Jahren. Die Kinder kommen aus sehr schwierigen Familienverhältnissen. Mit den Nachmittagskursen werden sie in ein soziales Gefüge eingebunden und von den Gefahren wie Alkohol, Drogenkonsum und Prostitution ferngehalten. Insbesondere die Mädchen können sich Fähigkeiten in der Herstellung von Textilien und in der Stickerei aneignen. FRANZ HILF konnte auch hier seinen Beitrag leisten.
Schließlich war es FRANZ HILF möglich für die Kinderbetreuung in Cochabamba und Santa Cruz de la Sierra finanzielle Mittel bereitzustellen. In den drei Einrichtungen werden insgesamt bis zu 240 Buben und Mädchen im Alter von zwei bis 13 Jahren täglich betreut. Den Eltern fehlt es an finanziellen Mitteln oder sie müssen tagsüber arbeiten. Die Kinder finden in den Kindergärten und den Kindertagesstätten der Franziskaner einen Platz zum Spielen, werden versorgt und erhalten die so wichtigen Mahlzeiten.

Das schwere Erdbeben in Nepal hat in der ersten Hälfte des vergangenen Jahres weltweit tiefe Bestürzung ausgelöst und gleichzeitig zu einer großen Solidarität mit den Betroffenen geführt. Mit einer Stärke von 7,8 auf der Richterskala war es das schwerste Erdbeben in der Geschichte des Landes. Das Epizentrum lag rund 80 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Kathmandu und damit in unmittelbarer Nähe zu einer der am dichtesten besiedelten Regionen des Landes. Nach UN-Angaben verloren mehr als 8.000 Menschen ihr Leben, weit mehr als 22.000 wurden verletzt. In den betroffenen Regionen wurden bis zu 90% der Infrastruktur zerstört. Unzählige Familien haben ihre bescheidene Lebensgrundlage verloren und standen buchstäblich vor dem Nichts.
FRANZ HILF konnte unmittelbar nach dem Erdbeben 25.000 Euro als Soforthilfe zum Wiederaufbau zur Verfügung stellen. In enger Kooperation mit der Missionszentrale der Franziskaner und anderen Hilfswerken vor Ort konnten dadurch Notunterkünfte gebaut, Häuser repariert und Schulen wieder aufgebaut werden.
In einem weiteren Projekt hat FRANZ HILF darüber hinaus Mittel zur Prävention und der Bekämpfung von Kinder- und Menschenhandel zur Verfügung gestellt. Nicht erst seit dem dramatischen Erdbeben in Haiti ist bekannt, dass die Gefahr für Kinder und junge Frauen nach Katastrophen Opfer von Menschenhändlern zu werden dramatisch wächst. Kontroll- und Aufklärungsarbeit, die Verbesserung der Lebenssituation und die Perspektive von Einkommen schaffenden Maßnahmen haben dazu beigetragen die Gefahr für die Kinder und jungen Frauen erheblich zu verringern.

Finanzbericht 2015

Mittelherkunft und Mittelverwendung der Gelder  

Zeitraum 01.01.2015 - 31.12.2015

                                                                                                                                                                                                             
MITTELHERKUNFT
I. Ungewidmete Spenden1.185.045,47
II. Sonstige Einnahmen2.705,59
III. Auflösung und Verwendung von Rücklagen250.000,00
 
Summe Mittelherkunft1.437.751,06
 
MITTELVERWENDUNG
I. Leistungen für die statutarisch festgelegte Zwecke862.939,00
II. Spendenwerbung163.911,17
III. Verwaltungsaufwand66.522,94
IV. Sonstiger Aufwand sofern nicht unter
Punkt I bis III festgehalten0,00
V.noch nicht verbrauchte zweckgewidmete Mittel0,00
VI. Dotierung von Rücklagen330.000,00
 
Summe Mittelverwendung1.423.373,11
 
MITTELÜBERSCHUSS14.377,95
 

 

Steuerbegünstigung für Spenden

Mit der Nummer SO 1362 hat FRANZ HILF - Franziskaner für Menschen in Not - den Steuerbegünstigungsbescheid des Finanzamtes Wien 1/23 erhalten. Privatpersonen können damit Spenden an unser Hilfswerk in Höhe von bis zu 10 % der Einkünfte als Sonderausgaben von der Steuer absetzen. Als Nachweis gelten Einzahlungsbelege, Daueraufträge, bzw. Kontoabbuchungen. Bitte bewahren Sie alle diese Belege für die Steuererklärung auf. Auf Anfrage stellen wir auch gerne eine Spendenbestätigung aus.

Firmen können die Spenden als Betriebsausgaben im selben Ausmaß geltend machen und auf Verlangen des Finanzamtes mit Belegen nachweisen. Weitere Informationen finden Sie auch im Internet unter:

https://www.bmf.gv.at/steuern/selbststaendige-unternehmer/einkommensteuer/absetzbarkeit-spenden.html

Den detaillierten Jahresabschluss 2015 können Sie im Büro anfordern.

Medieninhaber und Herausgeber:
FRANZ HILF - Franziskaner für Menschen in Not
Elisabethstr. 26/23
1010 Wien
Tel.: +43 1 585 49 06
Internet: www.franzhilf.org
Email: office@franzhilf.org

Spendenwerbung- und verwendung:
P. Oliver Ruggenthaler OFM

Für den Datenschutz Beauftragter:
P. Oliver Ruggenthaler OFM

Franziskaner Österreich und Südtirol