Jahresbericht 2016 - Franzhilf

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Jahresbericht 2016

Steuerbegünstigte Spenden

Unser Hilfswerk FRANZ HILF - FRANZISKANER FÜR MENSCHEN IN NOT (vormals  FRANZ HILF - FRANZISKANER FÜR MITTEL- UND OSTEUROPA) erhielt per 27.09.2009 den Spendenbegünstigungsbescheid des Finanzamtes Wien 1/23 mit der Geschäftszahl K 291/09. Der Bescheid wurde am 18.07.2016 erneuert und gilt auch für das kommende Finanzjahr. Unser CODE in der Liste der steuerbegünstigten Organisationen des Finanzministeriums lautet: SO 1362

Spendenverwendung
Die Ziele unseres Hilfswerks sind die Unterstützung der sozial-karitativen und pastoralen sowie die Bildungs- und Ausbildungsarbeit der Franziskanischen Familie. Im Berichtsjahr konnten wir in folgenden Ländern 105 Projekte unterstützen: nbsp;                                                                                                                               

                                                                                                                      
Land Anzahl Euro Land Anzahl  Euro
Angola 1 2.800,00 Litauen 2 18.000,00
Argentinien 1 4.900,00 Moldawien 2 8.000,00
Äthiopien 1 5.000,00 Montenegro 1 6.000,00
Bangladesch 1 4.000,00 Mosambik 1 5.000,00
Bolivien 6 30.600,00 Philippinen 1 2.000,00
Bosnien 5 55.700,00 Russland 2 17.500,00
Brasilien 1 4.500,00 Serbien 5 37.700,00
Ecuador 1 15.000,00 Slowakei 3 37.500,00
Estland 1 4.500,00 Tansania 1 3.900,00
Haiti 1 10.000,00 Tschad 1 5.000,00
Indien 4 63.100,00 Ukraine 54 412.350,00
Kasachstan 1 1.000,00 Ungarn 1 25.000,00
Kenia 1 5.000,00 Weißrussland 5 29.800,00
Kroatien 1 9.500,00      
GESAMT       105 823.350,00

Von den bewilligten Finanzmitteln entfielen (gerundet) auf:
Sozialkaritative Projekte: 85,00 %
Pastorale Projekte: 15,00 %

Schwerpunkte der Projekthilfe

Der Schwerpunkt unserer Projektförderung lag auch 2016 wieder in den Ländern Mittel- und Osteuropas. FRANZ HILF konnte für 82 Projekte insgesamt 662.550,00 Euro zu Verfügung stellen. Daneben war es uns möglich, die Fördersumme für die Länder des globalen Südens, im Vergleich zum Vorjahr, zu erhöhen. Insgesamt 22 Projekte in Asien, Afrika und Lateinamerika konnten mit weiteren 160.800,00 Euro gefördert werden.

Im Jahresvergleich zeigt das Projektfördervolumen eine positive Tendenz:
2013: 88 Projekte mit 812.650,00 Euro;   2014: 102 Projekte mit 664.762,00 Euro;
2015: 118 Projekte mit 766.076,35 Euro; 2016: 105 Projekte mit 823.350,00 Euro.

Tätigkeitsschwerpunkte der Projektarbeit 2016 waren unter anderem die Ukraine, Bosnien, Serbien, Bolivien und Indien.

Darüber hinaus hat im vergangenen Jahr das schwere Erdbeben in Ecuador eine kurzfristige finanzielle Hilfe notwendig gemacht. Durch die Rücklagen für kommende Projekte sind wir dankbar, auch in diesem Katastrophenfall den Menschen vor Ort wieder schnell geholfen zu haben.

Mittel- und Osteuropa

Die Krise in den Ländern Mittel- und Osteuropas dauert weiter an. Zurzeit ist die Lage am Westbalkan äußerst besorgniserregend. Mehr denn je sieht sich die Region vor große Herausforderungen gestellt. Auch in Mazedonien, das seit 2015 von einer politischen Krise gelähmt wird, hat sich die Lage verschärft. Die Parlamentswahlen im Dezember konnten nicht zu einer Lösung der Krise beitragen. Kroatien wiederum blockiert den Fortschritt der Beitrittsverhandlungen zwischen Serbien und der EU, während die Führung der bosnischen Serben laut über die Teilung Bosniens und über neue Grenzziehungen in der Region diskutieren. Alarmierend sind darüber hinaus die gegenseitigen Provokationen zwischen Serbien und dem Kosovo. Dazu kommt der nicht enden wollende Konflikt in der Ukraine. Seit der Annexion der Krim durch Russland 2014 reißen die Auseinandersetzungen zwischen der Ukraine und Russland nicht ab. Nach Angaben der Vereinten Nationen sind seit Beginn des Ukraine-Konflikts 10.000 Menschen ums Leben gekommen. Der UN-Menschenrechtskommissar beschreibt die Lage als „gnadenlose Zerstörung von zivilem Leben und Infrastruktur“. FRANZ HILF hat auch deshalb 2016 wieder einen großen Teil seiner Mittel für die Menschen in Mittel- und Osteuropa, insbesondere in der Ukraine, zur Verfügung gestellt.

So konnten in der Ukraine unter anderem drei neue Projekte umgesetzt werden. Zwei Projekte betreffen die Arbeit der Franziskanerschwestern mit blinden und sehbehinderten Kindern an zwei Orten in der Zentral- und Westukraine. In einer Schule und einem Kindergarten werden die sehbehinderten Kinder von den fachlich qualifizierten Schwestern und ihren Mitarbeitern umsorgt und gefördert. Beim dritten Projekt leisteten die Franziskaner Katastrophenhilfe in der Karpatenukraine. Nach einem starken Unwetter im vergangenen Sommer wurden durch Sturm und Hagel - in den von Franziskanern betreuten Ortschaften - die Dächer vieler Wohnhäuser und Wirtschaftsgebäude entweder abgetragen oder sehr stark beschädigt. Ebenso zerstörten die Hagelkörner viele Fenster. Die Franziskaner besuchten die Betroffenen zusammen mit speziell dafür engagierten Gutachtern und nahmen das Ausmaß der Schäden auf. Kostenvoranschläge wurden ausgearbeitet und mit der Unterstützung von FRANZ HILF konnten alle betroffenen Häuser renoviert werden.

Weiterhin konnte FRANZ HILF auch insgesamt wieder vier Armenküchen der Franziskaner mit Essen auf Rädern, den Betrieb eines Frauenhauses für Mütter und schwangere Frauen in Not, vier Kinderhorte für arme und vernachlässigte Kinder, zwei von Franziskanerinnen geführte Heime für mittellose Studentinnen, soziale Hilfsprojekte für Alte, Arme, Kranke und Kinder an vier unterschiedlichen Orten (u.a. Lebensmittelpakete, Unterstützung in den Wintermonaten mit Holz und Heizöl, Medikamente, Kleidung, Schuhe und Schulsachen), den Betrieb eines Rehabilitationszentrums für körperlich und geistig behinderte Kinder, 20 Ferienlager für arme Kinder, den Bau eines Hospizes in drei Bauphasen, die Renovierung und Einrichtung von vier Gebäuden für Sozialzwecke sowie eine Schule und Häuser für die Unterbringung der Kinder in den Sommerferien unterstützen.

Bosnien war, wie bereits 2015, ein weiteres Schwerpunktland unserer Projektförderung. Hier kamen zwei neue Projekte in einer bosnischen Pfarrei dazu, wo es um die Unterstützung der sozialen Arbeit der Franziskaner geht. Die Brüder versorgen die Bedürftigen mit Lebensmitteln, Medikamenten, geben Hilfe für den Winter und schaffen Unterstützung bei der ärztlichen Betreuung. Die Anschaffung eines Autos garantiert den Brüdern eine bessere Erreichbarkeit und erleichtert ihre Arbeit.
Wie in den Vorjahren konnten der jährliche Betrieb von drei Armenküchen, der Betrieb eines Therapiezentrums für Drogenabhängige und Programme zur Behandlung der kriegstraumatisierten Bevölkerung sichergestellt werden.

In Serbien hat FRANZ HILF den Betrieb von zwei Kinderhorten für bedürftige Kinder gefördert. Ebenso wurden die Programme und der Betrieb eines franziskanischen Zentrums für Friedensarbeit und Dialog zwischen den Volksgruppen und Religionen am Balkan finanziell gefördert.

Darüber hinaus war es mit Hilfe der vielen Spenderinnen und Spender auch im vergangenen Jahr wieder möglich, viele weitere Anträge für soziale Projekte in Mittel- und Osteuropa positiv zu beantworten:

In Weißrussland konnte FRANZ HILF so für die Betreuung von Neugeborenen und Kleinkindern aus Familien in schwierigen Verhältnissen und für Kinder ohne Eltern auf einer Krankenstation in einem Kinderkrankenhaus einen wichtigen finanziellen Beitrag leisten.

In Ungarn konnte mit unserer Hilfe bei einem franziskanischen Krankenhaus ein neuer Gebäudeflügel entstehen.

In Kasachstan wurden die Hausbetreuung sowie die Hilfe für alte und kranke Bedürftige durch eine jährliche Unterstützung sichergestellt.

FRANZ HILF konnte in Litauen die soziale Tätigkeit der Franziskanerjugend (Begleitung und Betreuung von jugendlichen Kriminellen in zwei Anstalten für Burschen und Mädchen; Arbeit mit bedürftigen Kindern in einem Kinderzentrum; Betreuung der Häftlinge in einem Gefängnis) und den jährlichen Betrieb eines Sozialzentrums fördern.

In Moldawien wurde bei der Tagesbetreuung von armen und vernachlässigten Kindern in den Sommermonaten geholfen und der jährliche Betrieb eines Heimes für mittellose Studentinnen der Franziskanerschwestern mitfinanziert.

Der Betrieb eines sozialen Kindergartens der Schwestern mit Gruppen für behinderte Kinder in Montenegro wurde ebenfalls finanziell von uns unterstützt.

Schließlich konnten wir in Russland bei der Hilfe für syrische Flüchtlinge mitwirken, den Betrieb eines Hilfezentrums für Obdachlose aufrechterhalten sowie eine Armenküche der Franziskaner fördern.

In der Slowakei halfen wir, damit Kinder aus dem sozial schwächeren Umfeld am Ferienlager teilnehmen konnten.

Globaler Süden

Durch die Unterstützung von FRANZ HILF wurden im Hochland von Bolivien, im Landkreis Coroico, Paralympische Spiele für bis zu 130 Menschen mit Behinderung organisiert. Inspiriert durch die „Special Olympic World Games Los Angeles 2015“ und die XV. Paralympischen Sommerspiele 2016 in Rio de Janeiro wollten die Franziskanerinnen auf die Menschen mit geistiger und Mehrfachbehinderung, die kaum staatliche Unterstützung erhalten, aufmerksam machen.

Auch für das 2012 gegründete Ernährungszentrum Santa Clara in Ascención de Gurarayos, Santa Cruz, Bolivien, konnte FRANZ HILF seinen Beitrag leisten. Es liegt in einer Indio-Region im Hochland Boliviens, weitab von der Zivilisation. Mehr als 30 % der Kinder bis zu 5 Jahren sind unterernährt und leiden dauerhaft an den Spätfolgen. 145 unterernährte, chronisch kranke und missgebildete Kinder wurden bei diesem Projekt betreut. Das Ernährungszentrum kümmert sich vor allem um die Ausgabe von Kindernahrung und Milch. Für die Mütter werden zusätzlich Kochkurse abgehalten und die Eltern können sich in Ernährungsfragen kostenlos beraten lassen.

In San Miguel de Velasco, Santa Cruz, wurde der Bau der Werk- und Ausstellungsräume für eine eigenständige Schnitzerei initiiert. Vorher war die Schnitzerei in einer Schule untergebracht, musste jedoch wegen der wachsenden Anzahl von Schülern die Räumlichkeiten der Schule verlassen, weshalb von den Schwestern eine eigene Schnitzerei-Werkstatt geplant wurde. So soll auch weiterhin Handwerkern die Möglichkeit gegeben werden, den Lebensunterhalt für ihre großen Familien zu verdienen und jungen Menschen, das Handwerk zu erlernen.

Ebenfalls in Ascensión de Guarayos wurde das Frühförder- und Behindertenzentrum „TAU“ zur Förderung von Motorik, Sprache und Sozialverhalten unterstützt. 20 schwer mehrfach behinderte Kinder werden dort betreut und weitere 15, die in eine Regelschule nicht integrierbar sind, werden von einer Sonderpädagogin unterrichtet. Immer wieder schaffen es die Franziskanerinnen, ihren Schützlingen neue Fertigkeiten beizubringen und ihnen das Gefühl sozialer Geborgenheit zu vermitteln.

Dem Franziskanischen Sozialwerk in Cochabamba, das mehr als 6.000 sozial arme, ausgegrenzte Menschen dieser Stadt betreut, wurden ebenso Mittel zur Verfügung gestellt. Im Sozialzentrum, ein Sozialwerk der bolivianischen Provinz, haben sich verschiedene franziskanische und mit den Franziskanern befreundete Sozialorganisationen angesiedelt.

In Indien, Jashpur/Chattisgarh, wurde ein Trainings- und Aufklärungsprogramm für Jugendliche und andere Zielgruppen gegen Menschenhandel gestartet. Die Franziskanerinnen arbeiten seit vielen Jahren im Norden Indiens und setzen sich für die Rechte von Frauen, Jugendlichen und Kindern und deren Bewusstseinsbildung zu wichtigen Aspekten ein. Bei dem aktuellen Projekt steht zum wiederholten Mal das massive Problem des Menschenhandels in Nordindien im Fokus, bei dem vor allem Selbsthilfegruppen unterstützt und Einkommen schaffende berufsbildende Maßnahmen gefördert werden.
In Peravor in der südindischen Provinz Kerala wurden von FRANZ HILF Mittel für die Fertigstellung der Kapelle, einer Zufahrtsstraße, des dritten Stockwerks, der Außenanlage und der Einrichtung des Ausbildungshauses für Philosophie zur Verfügung gestellt. Besonders das Philosophie-Ausbildungshaus stellt ein zentrales Anliegen der indischen Franziskanerprovinz dar, nämlich die akademische Ausbildung der jungen Franziskaner für den Priesterberuf zu verbessern.

Kinder können ihr Recht auf eine Grundschulausbildung in Indien nicht ohne weiteres erwerben, denn es gibt z. B. in Reddipalem im südlichen Zentralindien im Umkreis von 20 Dörfern keine Schule. Durch den Kauf von zwei Bussen für den Transport der Schulkinder zur neuen St. Lorenz-Schule in Reddipalem können die 20 umliegenden Ortschaften angefahren und die Kinder eingesammelt werden, damit sie sicher und pünktlich zur Schule kommen. Auch hier konnten wir helfen.

FRANZ HILF - Franziskaner für Menschen in Not

Finanzbericht 2016

                                                                                                                                                                                                                                                                                                    
MITTELHERKUNFT    
         
  I. Spenden    
  a) ungewidmete  1.334.601,19
  b) gewidmete   0,00
         
  II. Mitgliedsbeiträge 0,00
         
  III. betriebliche Einnnahmen  
  a) betriebliche Einnahmen aus öffentlichen Mitteln 0,00
  b) sonstige betriebliche Einnahmen 0,00
         
  IV. Subventionen und Zuschüsse der öffentlichen Hand 0,00
         
  V. Sonstige Einnahmen 0,00
  a) Vermögensverwaltung 285,90
  b) sonstige anderen Einnahmen, sofern nicht unter Punkt  
  I. bis . IV enthalten 0,00
         
  VI. Auflösung von Passivposten für noch nicht widmungsgemäß  
  verwendete Spenden bzw. Subventionen 0,00
         
  VII. Auflösung von Rücklagen 330.000,00
         
         
Summe Mittelherkunft 1.664.887,09
         
         
MITTELVERWENDUNG  
         
  I. Leistungen für statutarisch festgelegte Zwecke 835.455,63
         
  II. Spendenwerbung 199.657,73
         
  III. Verwaltungsausgaben 70.338,68
         
  IV. Sonstige Ausgaben sofern nicht unter  
    Punkt I bis III festgehalten 0,00
         
  V. Zuführung zu Passivposten für noch nicht widmungsgemäß 0,00
    verwendete Spenden bzw. Subventionen  
         
  VI. Dotierung von Rücklagen 540.000,00
         
  VII. Jahresüberschuss 19.435,05
         
         
Summe Mittelverwendung 1.664.887,09
         



Steuerbegünstigung für Spenden

Mit der Nummer SO 1362 hat FRANZ HILF - Franziskaner für Menschen in Not - den Steuerbegünstigungsbescheid des Finanzamtes Wien 1/23 erhalten. Privatpersonen können damit Spenden an unser Hilfswerk in Höhe von bis zu 10 % der Einkünfte als Sonderausgaben von der Steuer absetzen. Im Rahmen des Steuerreformgesetzes 2015/2016 wurden auch die Bestimmungen über die steuerliche Geltendmachung von Spenden als Sonderausgaben geändert (§18 Abs. 8 EStG). Spenden, die nach dem 31.12.2016 an FRANZ HILF geleistet wurden, können nur mehr dann steuerlich geltend gemacht werden, wenn diese Spenden von FRANZ HILF im Wege einer verschlüsselten Datenübermittlung der staatlichen Finanzverwaltung gemeldet werden. Dazu benötigt FRANZ HILF den Vor- und Zunamen, das Geburtsdatum sowie die Zustimmung zur Datenübermittlung. Wir danken an dieser Stelle ganz herzlich für die zahlreichen positiven Rückmeldungen.

Selbstverständlich besteht auch weiterhin die Möglichkeit, unsere Arbeit durch eine Spende ohne Bekanntgabe der oben angeführten Daten zu unterstützen. Eine steuerliche Berücksichtigung kann dann aber leider nicht mehr erfolgen.

Firmen können die Spenden als Betriebsausgaben im selben Ausmaß geltend machen. Weitere Informationen finden Sie unter:

https://www.bmf.gv.at/steuern/selbststaendige-unternehmer/einkommensteuer/absetzbarkeit-spenden.html

Den detaillierten Jahresabschluss 2016 können Sie im Büro anfordern.

Medieninhaber und Herausgeber:
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Franziskaner Österreich und Südtirol